Ruth Gemeinhardt
Freie Journalistin, München
Begegnungen
Musik, Kunst, Literatur
Aus meinem Landkreis
Eine Geschichte
eins noch...
eins noch...

Von Ruth Gemeinhardt
Germering – Nach einer Sommersaison mit Konzerteinlagen an verschiedenen Orten wie Kaserne oder Ikaruscenter, hat die außergewöhnliche Konzertsaison des Sinfonischen Blasorchesters in der ersten Germeringer PromNight ihren krönenden Abschluss gefunden. Das Germeringer Publikum hatte sich schnell in britische Gepflogenheiten eingefunden. Fähnchen schwingend wurde bei „Rule Britannia“ lauthals mitgesungen, als hätte man gerade England entdeckt.
Die legendäre „Last Night of the Proms” verbindet karnevalistische Fröhlichkeit mit der Feierlichkeit eines klassischen Konzertes. Und bis zuletzt war man sich nicht ganz sicher, ob das einem deutschen Publikum beizubringen ist. Es ist, hat sich nun herausgestellt - vorausgesetzt, diesen Auftrag übernimmt Bob Ross. „Die PromNight ist kein Konzert, es ist eine Party“ erklärte der quirlige Schotte, Hornist der Münchener Philharmoniker und Gründer der unkonventionellen Bläsergruppe „Blechschaden“. Die Gäste waren bereits seit einer Stunde im Haus. Die Kinder ließen sich schminken und staunten über einen Zauberer. Die Erwachsenen stimmten sich bei einem Glas Guinness oder Sekt auf den Abend ein. Das Klarinettenensemble des Jugendorchesters sorgte im Foyer bei Häppchen und Brow-nies für Unterhaltung. „Es ist ausverkauft, der Dirigent muss heute stehen“, witzel-te Ross in Frack und Zylinder, der seine geringe Größe nur unwesentlich ausglich. In edlem Partyoutfit – die Fliegen der Herren wurden extra aus England importiert – spielte das Orchester Lord Tullamore und Sandpaper Ballett. Spritzig führte Ross durch das Programm, band auch das Publikum immer wieder mit ein. Kurz vor der Pause öffneten sich die Türen und herein marschierten „die Hobbyschot-ten aus München“, wie Ross die drei Dudelsackbläser von „Claymore Pipes and Drums“ nannte. Zusammen mit dem Orchester spielten diese den Klassiker „High-land Cathedral“ und spätestens nach diesem sehr beeindruckendem Klangerleb-nis, das durch eine Art Doppeldirigentschaft gewürzt war – war der Saal in Party-laune. Während sich das Orchester mit dem „River Kwai March“ warm pfiff, und die Chorgemeinschaft von St. Martin beim Abba-Revival Mitsing-Laune verbreitete, wurde im Publikum schon kräftig mit den Fähnchen gewedelt. Beim lautstarken „Rule Britannia“ und dem „Pomp and Circumstances No. 1“ schwebten nicht nur Luftballons in den Farben des Union Jack von der Decke sondern auch der Spirit der legendären Last Night of the Proms im Orlandosaal. 

Herzlich Willkommen, Namasté! Neuigkeiten und EreignisseVon mir Über mich Fotos