Ruth Gemeinhardt
Freie Journalistin, München
Begegnungen
Musik, Kunst, Literatur
Aus meinem Landkreis
Eine Geschichte
eins noch...
Musik, Kunst, Literatur
Von Ruth Gemeinhardt
Germering – „Damit ihr Hoffnung habt“ ist das Motto des zweiten Ökumenischen Kirchentages, der am kommenden Mittwoch in München starten wird. Es ist aber auch der Musiktitel der zwei jungen Hip-Hopper Fabian Seidel und Marcel Schmidt, die unter dem Namen „Junior xD“ am Freitag auf dem Marienplatz Germering vertreten und am Samstag auf dem Olympiagelände ihr erstes öffentliches Konzert geben werden. 
Mit im Team ist seit ein paar Monaten Kathy Zinner und deshalb heißt das Programm „Junior xD feat. Zanni“. Die drei 16- Jährigen haben inzwischen 14 selbst geschriebene Titel im Repertoire und wie man beim Sound Check in der Realschule erleben konnte, eine ansehnliche Bühnenpräsenz. Sie haben sich gefunden – nicht nur stimmlich und nicht ganz zufällig. „Ich habe Kathy beim Schulfest singen hören und wusste, die gehört zu den Jungs dazu“, so Manager und Musikproduzent Mic Schneider. Seine Alben aus der Reihe „Spurensuche“   sind vom Religionspädagogischen Zentrum und vom Kultusministerium als zusätzliche Lehrmittel empfohlen. Unter seiner Anleitung lernen die Schüler in der Realschule Gefühle und Gedanken in Worte und Rhythmus zu fassen. Und so stehen auch die drei Newcomer dem Glauben positiv gegenüber. Das erfordert Mut und macht sie gleichzeitig authentisch. „Wir schreiben nicht über Schlägereien und machen keinen Gangster-Rap“, sagen sie – „Wir sind anders“, heißt auch einer ihrer Titel. Mit Rhythmus in den Turnschuhen und Kappe auf dem Kopf rappen sie von tiefen Gefühlen ohne dabei gefühlsduselig zu werden. Sie leben ihre Texte und die Texte sind Ausdruck ihres Lebens. Sie sprechen Junge und Junggebliebene an, vereinen Freude und Ernst. Sie bauen auf ihre Träume, stehen zu ihren Ängsten und vergessen nicht, sich selbst und den anderen Mut zu machen. Es fällt ihnen nicht schwer, das Publikum mitzunehmen. „Seid ihr noch dabei, oder was?“, ruft Marcel – das Publikum schreit und springt. Nach dem ersten Konzert-Probelauf strahlen sie um die Wette. „Es war so super“, sagen sie - für mehr reicht die Puste nicht mehr. “Ich, Du - Wir“, „Glaube, Liebe, Hoffnung“ und der „Blick in den Himmel“ sind weitere Titel auf der ersten Maxi-CD, die pünktlich zum Kirchentag auf den Markt gekommen ist. „Die drei haben alles, um glaubwürdig und erfolgreich zu sein“, sagt Schneider. „Wir freuen uns riesig auf die Auftritte und sehen das als Chance“, sagt Fabian. Und die Schule? Muss immer an erster Stelle stehen, ohne geht nichts“, sagt Marcel und grinst. Das steht übrigens auch in ihrem Plattenvertrag.
 
Alle Auftritte beim Ökumenischen Kirchentag unter www.junior-xd.de/on-tour
 
Von Ruth Gemeinhardt
Germering – Sie ist eine Frau, die sakrale Räume zum Leben erweckt und sie hat eine Stimme, mit der aus einfachen Liedern Hymnen werden. Kathy Kelly, die Zweitälteste der legendären Kelly-Family, hat auf ihrer Europatournee „Godspel“ auch in der Kirche von St. Cäcilia in Germering Station gemacht und zusammen mit dem Cillis Gospelchor ihren Fans einen wunderbaren Abend beschert.
Von der Straßenmusik zum Massenphänomen und zurück in das fast familiäre Ambiente einer gerade mal halb gefüllten Kirche. Kathy Kelly kennt alles und liebt alles. „Es ist nicht schöner, es ist anders. Ich liebe es, Musik zu machen und der Spaß ist da“, sagt sie. Nach dem großen Kelly-Boom 1994, hat sie es nun geschafft, ihren ganz eigenen Weg zu gehen – und auf diesem liegen auch Kirche und Glaube. „Man ist wieder mehr am Boden, es ist besinnlicher“, sagt sie. Und obwohl das Publikum aus zwei verschiedenen Gründen zu Gast war - hier die traditionellen Kellyfans, dort die Gospelfans, die auch wegen des Chores gekommen waren – war das bald nicht mehr zu unterscheiden. Einmal Kelly-Fan – immer Kelly-Fan, heißt es wohl. Brigitte Hartl aus Bad Tölz und Irene Semmler aus München reisen schon längst zu zweit zu den Konzerten und nicht nur zu Kathy. „Die singen alle gut, auch wenn jeder Fan so  seine Vorlieben hat“, sagen sie. „Jetzt ist es ja ruhiger, aber in den 90ern waren wir ständig mit auf Tour“, so Hartl. Susann Angermaier ist aus Landsberg gekommen, auch sie war einst immer dabei. „Heute reise ich nicht mehr jedem hinterher“, sagt sie und freute sich dennoch wieder auf die alten Lieder wie „The Wearing Of The Green“ – ein irisches Lied, das auch an diesem Abend wieder die Leute von den Bänken heben sollte.  Nach drei Einstiegsliedern des Chores kommt sie, hängt sich das Akkordeon um, wirft ihre Haare zurück, schaut nach oben. Die ersten Töne der Mezzosopranistin erschallen durch den Kirchenraum und man ist gefangen, berührt, ergriffen. Ob Akkordeon oder Gitarre, ob irisch melancholische Tiefgründigkeit oder spanisch-feurige Lebensfreude, sie trifft ins Herz. „Let me win“ ist das Lied, das Kathy Kelly am meisten an ihren Vater erinnert, der Ende der 70er beschloss die Familie als Straßenmusiker zu etablieren. An ihn hätte sich sicher auch noch die Großmutter von Florian Port aus München erinnert. „Ich bin mit zwölf Jahren Fan geworden, auch weil meine Oma Kelly-Familiy-Fan war. Die hat die Kellys noch auf der Straße gehört“, erzählt er. Und auch er gehört zu denen, die alle noch singenden Familienmitglieder besucht, auch wenn man manchmal ein bisschen warten muss. „Ich höre Kathy  heute zum ersten Mal solo. Und es ist richtig toll“, meinte er. Das fanden auch die anderen, denn nach den Klassikern „Go Tell It On The Mountain“, „Glory Hallelujah“ oder „Amazing Grace“, die Kathy zusammen mit dem Chor sang, wurden noch einige Zugaben verlangt.

 

Von Ruth Gemeinhardt
Olching – „Ich bin so begeistert, mir kommen die Tränen“, sagte Marlis Feneberg am Sonntag bei der 50. Eleven-Eleven Matinee im KOM. Auslöser dieser Rührung war Pianist Franz Massinger, der zum Jubiläum Mozart-Sonaten spielte, wie man sie nur selten zu hören bekommt. Qualität – das ist eines der Geheimrezepte dieser Kulturveranstaltung, „weil wir uns das Wert sind“, so Initiator und Organisator Michael Schopper.
Zum Geheimrezept gehört Schopper selbst. Der Konzert- und Opernsänger arbeitete unter anderem mit Dirigent Leonard Bernstein und von diesem hat er die Idee übernommen, hochkarätige Musik bei freiem Eintritt zu präsentieren, Künstler hautnah bei Prosecco und Parmesan erleben zu lassen. Warum dieses weit und breit unvergleichliche Angebot für etwa 200 Leute in Olching stattfindet? „Ich lebe hier und mir liegt daran, dass genau hier das Beste passiert“, erklärt Schopper. Jede einzelne Matinee hat höchste Qualität. „Zu einem Konzert, in das ich nicht gehen würde, würde ich nicht einladen“, betont der Künstler. Und weil diese Qualität garantiert ist, kommen nicht nur die Besucher sondern auch hochkarätige Künstler, wie Michael Leslie, Maria Gambarian, Robert Barto oder eben Franz Massinger, der fast zwei Sunden auswendig und unglaublich virtuos Mozart in allen Klangschattierungen spielte. Er ist Professor für Klavier an der Hochschule für Musik und Theater in München. Er spielt auf den Bühnen der ganzen Welt – und in Olching. „Ein großer Konzertsaal ist kein Garant für gutes Publikum. Hier passt die Atmosphäre. Ich merke, die Musik kommt an. Das ist es und ich komme gerne wieder“, so Massinger. Die Musikliebhaber genießen, schwelgen – schlemmen, würde Schopper sagen, denn er vergleicht Musik gerne mit Essen. „Wir haben das Recht auf gute Nahrung – auch in der Kultur. Und gutes Essen teilt man mit Freunden“, so Schopper. Jost und Brigitte Heinzel gehören zu diesen Freunden. „Wir schätzen es sehr, dass diese Musik an unserem Wohnort angeboten wird“, sagen sie. Für Helga und Günter Metzgen war das Konzert mit Violonistin Cornelia Löscher das persönliche Highlight. „Es ist ganz außergewöhnlich, was hier in Olching stattfindet“, sagen sie. „Es ist ein Aushängeschild für die Gemeinde und wir decken damit den ganzen Bereich der klassischen Musik ab“, betont Mitorganisatorin Gabriele Frank. „Ich bin in zehn Minuten zu Fuß hier. Ich nehme die Brille ab, schließe die Augen und genieße“, so Feneberg. Denn wie Schopper so schön sagt: „Das Leben ist nicht lang genug für schlechten Wein, schlechte Freunde und schlechte Musik“. 

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